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von Albrecht Ebinger

Württemberg besaß gut durchdachte kombinierte
Entschlackungs- und Besandungsanlagen, für welche standardisierte Stahlgerüste
Verwendung fanden. Die Anlagen waren in den Bahnbetriebswerken vorhanden. Die
beiden letzten haben sich nahezu unverändert in Tübingen und Rottweil bis zum
Ende des Dampfbetriebs gehalten. Fotos der Rottweiler Anlage finden sich im
EK-Buch von Scharf/Wollny „Die Gäubahn“, sowie im „Eisenbahn Kurier“ 6/99.
Bilder von Rottweil, Tübingen und Heilbronn befinden sich in „Dampflokomotiven
bei der BD Stuttgart“ von Stemmler, Frankh-Verlag.

Im „Eisenbahn Journal“ 8/1986 ist im Bericht
über das Bahnbetriebswerk Aalen das Gerüst mit der Entschlackungsanlage
abgebildet, jedoch ohne Besandungsturm. Bislang bin ich davon ausgegangen, dass
diese Anlagen schon während der KWStE- Ära gebaut wurden. Im Buch „Dampf über
Aalen“ von Lothar Thalheimer sind mehrere Fotos der Aalener Anlage abgebildet
und in der Bildunterschrift Seite 30 ist vermerkt, dass diese erst 1950 und
offensichtlich nur als Entschlackungsanlage erstellt wurde. Leider gingen meine
Recherchen, ab wann die Anlagen gebaut wurden bislang ins Leere. Die Modellfotos
wurden daher zwar mit württ. Fahrzeugen aufgenommen, jedoch in die
Reichsbahnzeit verlegt.

HEICO hat die Rottweiler Anlage als
Besandungs-Bausatz angeboten, jedoch ohne Entschlackungs-Einrichtung. Anlagen in
HO werden ansonsten nicht angeboten. Also habe ich für mein württ. Bw „Waldenstein“
die Tübinger Anlage nachgebaut. Verwendet wurden die Faller-Bausätze 149 und
164. Das Gerüst wurde aus Teilen der Entschlackungsbrücke gebaut, wobei die
Teile mit dem Bastelmesser größtenteils getrennt und dem Vorbild entsprechend
„passend“ mit Nitro-Verdünnung zusammen-„geschweisst“ wurden. Eine äußerst
fieselige „Strafarbeit“. Der Sandbehälter entstand aus dünnem Weißblech, Boden
und Deckel sind Holz-Drehteile, der Hut ist ein Metall-Drehteil. Für die
Plattform wurde Weinert-Riffelblech verwendet, für die Geländerstützen
Messing-Winkelprofil 1x1 mm, die Geländer aus 0,4 mm Messingdraht. Zur
Herstellung des Schutzkorbes der Aufstiegleiter zum Sandbehälter wurden 1 mm und
0,2 mm dicke Messingblechstreifen verwendet. Ebenfalls eine fieselige Arbeit.
Die Anlage wurde mit maschinengrauem Mattlack auf Alkydharzbasis,
Terpentinersatz-verdünnbar gespritzt. Das Ganze entstand nur nach Augenmaß
anhand der Fotos, da mir keine Pläne zur Verfügung standen.

Der sieben-ständigen Lokschuppen entstand aus
Teilen des Vollmer-Bausatzes, welche jedoch auf 7,5°-Teilung geändert werden
mussten. Für die Drehscheibe wurde der Überflur-Drehscheiben-Bausatz von Airfix
(in den 1960er Jahren erhältlich) verwendet, wobei die Brücke verkürzt und
unterflur eingebaut wurde. Die vorbildgerecht installierte Verriegelung erfolgt
über ein in der Brücke eingebautes Märklin-Umschaltrelais, welches während des
Drehvorganges entriegelt. Für den Antrieb wurde ein Kleinbahn-Motor mit einem
nachgeschalteten, doppelten Schneckenantrieb verwendet.

Für die Bekohlungsanlage wurde der
Faller-Bausatz 147 verwendet, der Kohlenbansen jedoch um das doppelte Maß
verlängert.
Albrecht Ebinger
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