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Nachdem eine Recherche zum württ. Litera J und
den Modellumsetzungen von Märklin bzw. Raimo eher ernüchternd waren, beide
Modelle haben nicht viel mit ihrem Vorbild gemein, war klar, dass ein offener
württembergischer Güterwagen nur durch weitgehenden Selbstbau zu haben ist.
OK, wenn es denn sein muss, dann kann ich ja wählen. Um es kurz zu machen, es
wurde ein O(u). Eine Skizze aus dem Wagenverzeichnis von 1911 und zwei Bilder
aus dem Buch "Schwäbische Eisenbahn" waren vorhanden. Die Zeichnung
im Mühl/ Seidel war, wie so oft, eher etwas irreführend. Dort hat der Wagen
Pressblechachshalter (Lieferjahr 1867!?) und U-Profile.
Die Bilder zeigen den
Wagen einmal in einem Zugverband noch als Litera K beschriftet und einmal als
Tarierwagen umgebaut. Die Skizze zeigt mal wieder gar nichts, als die
Hauptabmessungen. Die Achshalter werden einfach gar nicht dargestellt.
Auf dem Bild mit dem Tarierwagen ist zu erkennen, dass es sich
bei den Profilen wohl um T-Profile handelt. Was die Sache, angesichts der
gebogenen Bodenwanne des Wagens, dem diese Profile an den Seitenwänden folgen,
auch nicht gerade einfacher macht. Auf diesem Bild ist auch zu erkennen, dass
der Wagen Fachwerkachshalter hat, wie es angesichts des Baujahres auch zu
vermuten war. Nachdem diese "Kleinigkeiten" nun geklärt waren konnte
ich ja beginnen.

Das Modell.
Als Fahrgestell kommt ein zurechtgeschnittenes Brawa - Fahrgestell in Frage.
Der Wagen hat 3000mm Achsabstand, dass Fahrgestell muss also nur gekürzt
werden.
Der Wagenkasten muss komplett selbst gebaut werden. Erste Versuche 0,3mm
Polystyrol in die Form des unten abgerundeten Wagenkastens zu bekommen schlugen
fehl. Messing wollte ich nicht nehmen. Was nun? Da hilft nur noch ein kleiner
Betrug. Da der Wagenboden nur relativ gering ausgerundet ist wird er aus 2mm
Polystyrol gebildet. Die Materialstärke reicht um den Radius aus dem Vollen zu
feilen. Die Seitenwände werden nun stumpf aufgesetzt. Ebenso die Stirnwände.
Die Zeichnung der Wagenkasteteile habe ich auf selbstklebendem Papier
ausgedruckt und auf 0.5mm starke Polystyrolplatten aufgeklebt. So sind exakte
Schnitte möglich. Direkt auf Polystyrol sind genaue Anzeichnungen nur schwer
möglich.
Nun haben wir also eine schöne Mogelwanne. Der umlaufende Obergurt ist wieder
ein Polystyrolprofil. Das war jetzt der leichte Teil. T-Profile hatte ich keine,
ich bezweifle auch, dass diese das Biegen mitgemacht hätten. Also Flaches
Profil aufgeklebt und darauf hochkant ein feines Profil. Ha, Ha! Schon das
flache Profil gehorchte der Rundung des Wagenbodens erst nach ausgiebigen
"Einweichen" mit Essigsäureethylester. Zu wenig oder zu kurz
einweichen und es bricht. Bei den hochkant gesetzten Profilen war's dann ganz
aus. Es sollte ja schön fein aussehen. Also wählte ich 0,25x0,5mm Profil. Es
ging nicht. Dass gerade Stück war kein Problem aber am Radius klappte das Ding
einfach um und wollte sich partout nur an seiner flachen Seite ankleben lassen
oder es brach einfach ab. Hier also hat die Maßstäblichkeit im Polystyrolbau
seine Grenzen. Erst als ich 0,5x0,5 mm Profil nahm, lies sich ein Radius
entsprechend der Bodenwanne herstellen. Der Rest war nun nur noch Nervensache.
Die Profile der Stirnwände wurden genauso aufgebaut und die Türen mit
einzelnen kleinen Profilstreifen nachgebildet. Zwei Griffstangen an der
Bremsbühnenseite und die Hebel um die Türen zu öffnen aus 0,3mm Messingdraht
sind die letzten Arbeiten. Nieten, am Original reichlich zu finden, habe ich
keine nachgebildet.

Wie immer sieht der
Wagenkasten aus weißem Polystyrol etwas schmuddelig aus. An den zwei linken
Wagenkastenfeldern ist auch noch der Ansatz vom Wagenboden zu den Seitenwänden
zu sehen. Dass wird aber besser wenn der Wagen erst mal grundiert ist.

So sieht er lackiert
aus. Wegen des Alters noch im alten Grün der K.W.St.E. Ob er als Litera K oder
O(u) beschriftet wird weiß ich noch nicht.
22.1.05:
Nun ist er beschriftet und gealtert und sieht so aus:

Und zum mit raten, das
Original:

Quellen:
Bernd Beck, Schwäbische Eisenbahn, Gebr. Metz Verlag Tübingen 1989.
Bildliches Verzeichnis der Wagen, Teil II, Güterwagen.
Mühl/ Seidel, Die Württembergischen Staatsbahnen, Konrad Theiss Verlag
Stuttgart 1980.
Württembergische
Staatsbahnen
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