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Bau eines Selbstentladewagens der K.Sächs.Sts.E.B.

Ommt 36089 wird von V T No.1592 verschoben.
Foto: Verfasser 2010
Das Vorbild
Ab 1909 beschafften die K.Sächs.Sts.E.B. Selbstentladewagen bei Orenstein und Koppel in Berlin.
Sie dienten dem Transport von Füllsand zum Versatz sächsischer Kohlegruben im Zwickauer Revier.
Geliefert wurden drei Ausführungen:
- ungebremst
- mit Bremserbühne
- mit Bremserhaus
Die Quellen sind spärlich aber ausreichend:
- Werkfoto [GW-Archiv 1 S.110]
- Zeichnung, wohl aus Wagenverz. aber mit Bremserhaus ebda.
- Betriebsfotos mit Ganzzug grauer Wagen [Preuß S.28]
- Betriebsfoto mit Ganzzug brauner Wagen [Preuß S.27]
- grobe Skizze, Werkfoto und etwas Text in Fremo HP1 1/1986
Erschreckenderweise sind beide Betriebsfotos spiegelverkehrt reproduziert.
Das Modell

Das Ergebnis des vorliegenden Bauberichtes.
Ein Entladehandrad (im Bild rechts) fehlt noch.
Foto: Verfasser 2010
Die Form des Wagens legt einen Nachbau aus gefaltetem Papier nahe.
Trichter
Als Machbarkeitsstudie entstand zuerst ein Styroporblock und dann ein Faltbogen des Trichters.
Der Bastelbogen erfordert noch etwas Experimentierfreude. Er ist zum Ausdruck mit 300dpi für H0 gedacht.
Hier kann der Trichterbastelbogen runtergeladen werden.
Der Trichter bildet den ganzen Ladebehälter nach und braucht deshalb eine rechteckige Aussparung im Untergestell.
Unterbau
Der Vorbildradstand von 3850mm spricht für ein Fertigfahrgestell mit 4m Vorbildradstand.
Aus Stabilitätsgründen (schließlich wird in der Mitte ein großes Loch aus dem Untergestell geschnitten!)
habe ich den Radstand bei 4m gelassen.
Die Pufferbohlen werden abgeschnitten, die Rahmen bis auf die Federschaken gekürzt und die
Pufferbohlen mit passenden Ausfräsungen wieder angeklebt.
Die breitere Bremserhauspufferbohle trägt später die Bremserbühne.
Die lockeren Radhalter werden nichtmehr von der KKK gehalten und müssen verklebt werden.
Der Rahmen wird mit zwei Lagen 1x1mm2 Plastestangen verstärkt.

Ein Wagen der Verbandsbauart von Sachsenmodelle ist Quelle des Unterbaus.
Die grünen Striche markieren die abzuschneidenden Teile. Der komplette Aufbau kommt in die Bastelkiste.
Foto: Verfasser 2010

Der fertige Wagen von unten:
In der Bildmitte sieht man die Unterbauöffnung mit dem Ladungstrichter.
Um die Öffnung sieht man
Plastikstangen zur Stabilisierung.
Die Pufferbohlen sind mit Revell Plasto Spachtelmasse stabilisiert.
Trichterstreben seitlich
Die U-Profile der Seitenwände entstehen aus Plastikprofilen 1.5x1.0mm2. Diese werden an der Knickstelle eingeschnitten.
Wenn sie sich korrekt knicken lassen, werden sie noch silbern angemalt.
Verwendet habe ich einen Marabu Brilliant Painter Lackmalstift silbern.
Graue Lackstifte habe ich bisher nirgends gefunden.
Hier kann eine hilfreiche Skizze der Streben runtergeladen werden.
Trichterstreben Stirnseite
Die Stirnseiten werden mit 1.2x1.3mm2 L-Profilen gestaltet.
Die abstehende Verstrebung
entsteht aus den selben L-Profilen in entgegengesetzter Form.

Stirnansicht der Bremserbühne
Gut sichtbar ist der Einschnitt und Knick der seitlichen U-Profile.
An der Stirnseite sieht man die L-Profile am Trichter und die entgegengesetzten L-Streben.
Das (in der Mitte) zusammengesetzte Bühnengeländer ist auch gut zu erkennen.
Foto: Verfasser 2010

Stütze der Stirnseite
L-Profil mit angeklebter Ecke. Überstand wird an grüner Linie abgeschnitten.
Foto: Verfasser 2010
Bremserbühne
Für die Bühne mit ihrem Geländer fand ich nichts passendes in der Bastelkiste.
Aus zwei Pikoteilen habe ich dann was zusammengebastelt. Allerdings lässt sich der
Kunststoff von normalem Plastekleber nicht beeindrucken. Mit Sekundenkleber kam aber doch noch was brauchbares raus.
Schwarzer Lackstift (Marabu Brilliant Painter) wird zum Abschluß noch aufgetragen.

Grundlage der Bremserbühne
Die im Bild grauen Teile zweier Piko-Bremserbühnen werden nicht verwendet.
Die Stangen links und rechts werden in die grüne Form gebogen und mit Sekundenkleber fixiert.
Die beiden Hälften werden in der Mitte zusammengeklebt.
Puffer etc.
Als Puffer kommen vierfüßige Korbpuffer von Weinert (Art.Nr. 86102) aus Plaste zum Einsatz.
Die Bremsleitungen stammen aus einem Abteilwagenzurüstsatz von Piko (Art.Nr. 53000-03).
Die restlichen Komponenten d.h. Bremse mit Bremsrad und Entlademechanismus mit seitlichen Handrädern
entstanden ohne genaue Vorbildinformationen aus Bastelkistenteilen.
Viel Spaß beim Nachbau wünscht
Nils Moh
merman (bei) arcor.de
Quellen:
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[GW-Archiv 1] | Behrends;Hensel;Wiedau: Güterwagen-Archiv Bd.1, transpress
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[Preuß] | Preuß, Erich; Preuß, Reiner: Sächsische Staatseisenbahnen, transpress 1991
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