|
Das Vorbild
Diesmal etwas Exotisches. Der Vorläufer der "grünen Minna". Aber
nicht nur. Der Wagen war außerdem als Krankenwagen eingerichtet.
Die, manchmal
unverständlich hohen Kosten für Krankentransporte sind im Übrigen keine
Erfindung unserer Zeit. Schon damals musste für einen Krankentransport 12
Fahrkarten der ersten Klasse gelöst werden.

Zeichnung Sammlung Bernd Beck
Von Bernd Beck stammt dankenswerter weise die Skizze. Von ihm
habe ich auch erfahren, dass es nicht nur die Bauart gibt die im "Mühl /Seidel"
in den Skizzen abgebildet ist. Es gibt insgesamt sieben Bauarten. Allesamt aus
Personenwagen umgebaut. Das Untergestell war aus Holz.
Außerdem räumte er mit meinem Irrtum auf, bei der
Bezeichnung Krankenwagen handle es sich um etwas ähnliches wie bei den
Lazarettwagen. Ich hatte mich schon gewundert wie man mit Tragbahren in den
Wagen kommen sollte und welcher Nutzen der in kleine Zellen aufgeteilte Wagen,
beim Transport von liegenden Kranken haben sollte.
Diese Gefangenenwagen wurden in normalen Personenzügen eingestellt.
Die Fahrpläne wurden vom Innenministerium veröffentlicht.

Das Modell
Nun da ich endlich eine vernünftige Quelle hatte konnte es los gehen. Der Gef.
10 sollte es werden. Weil er den Maßen nach ein symmetrisches Fahrgestell hatte. Nachdem erste Versuche mit Polystyrol, vor Jahren fehlschlugen,
die Deckleisten der Blechbeplankung war mir mit aufgeklebten Polystyrolleisten
einfach nicht gelungen, nun einmal geätzt. Die Ätzzeichnung habe ich noch selber
erstellt. Die Anfertigung des Films und schließlich das Ätzen hat die Firma
Saemann übernommen. Und mir bei meinen ersten Gehversuchen auch geduldig
geholfen. Die Ätzteile haben zusammengelötet dann tatsächlich auch einen
Wagenkasten ergeben wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Das Dach wurde auch
gleich als Ätzteil ausgeführt und ist auf dem Bild nur aufgelegt. Ebenso sind
die Fensterrahmen Ätzteile samt der unbedingt erforderlichen Vergitterung.


Das Fahrgestell
Jetzt braucht er ja nur noch ein Fahrgestell. Die ursprüngliche
Absicht ein altes Raimofahrgestell anzupassen habe ich aufgegeben. Es passt zwar
außer dem Achsstand aber es ist zu hoch und der Wagenkasten kommt auch zu hoch.
Das Fahrgestell der Güterwagen von Brawa ist ideal. Die Längen müssen natürlich
angepasst werden und die Federn sind zu kurz. Aber das lässt sich machen. Die
alten Federn werden heruntergefeilt bis auf die Fachwerkachshalter (auf die
kommt es an) und anschließend werden längere Federn eingeklebt. Ich hatte noch
welche von Bavaria. Da stimmen zwar die Federböcke nicht aber dafür hätte ich
noch einen Brawawagen schlachten müssen. Jetzt muss noch ein Füllstück
eingepasst werden damit man auf den erforderlichen Achsstand kommt und die
Bühnenenden gekürzt werde (je nach dem welcher Wagentyp es sein soll).
Bretterplatten für die Bühne und das Bühnengeländer (Clipverbindung der Puffer
etwas kürzen) eingeklebt und schon sieht es sehr nach Gefangenenwagen aus. Jetzt
fehlen noch die Aufstiege und der Gaskessel.

Rohbau
So! Nun steht er also auf den Gleisen. Noch unlackiert aber mit
allem versehen was fehlte. Griffstangen am Wagenkasten, Aufstiegstritte und ein
Gaskessel. Das Dach habe ich aus Polystyrol noch mal gemacht. Am geätzten habe
ich mich mit den Gasleitungen vertan.

Die Tritte wurden von einem Brawa Fahrgestell abgesägt. Der
Gaskessel ist aus einem Polystyrolrohr entstanden. Halterungen für den Kessel
und Griffstangen komplettieren den Wagen. Tja, "nur noch" Lackieren.
Das fertige Modell
Tannengrün lackiert, entsprechend den Packwagen, können die
Straftäter nun ihrem Aufenthalt in den Gefängnissen des Landes zugeführt werden.
Die Beschriftung werde ich noch drucken lassen. Dann werden auch die Bilder
ausgewechselt.

Die beiden Seitenteile sind unterschiedlich. Im oberen Bild ist
die Seite mit dem Abteil für das begleitende Aufsichtspersonal rechts, das
unvergitterte Fenster. Im unteren Bild ist auf der anderen Gangseite eine
Transportzelle mehr. Dem entsprechend hat auch eine der Stirnseiten ein Fenster
weniger.

Württembergische
Staatsbahnen
|