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Ein Artikel im Eisenbahn Journal über einen Weinwagen der Firma
Metzger, eingestellt bei der K.W.St.E. war der Auslöser. Der daraus entstandene
Kontakt zum Autor und ein sehr informativer Besuch in dessen Werkstatt führte zu dieser
Gastseite.
Um gleich mit einem Paukenschlag zu beginnen, seine
Baureihe 94 ex. württ. Tn. Basis bildet beim Gehäuse die Märklin T 5 und beim
Fahrgestell die Einfach-Märklin-Lok 3029. Die Räder sind von der Fleischmann T 3. Ein
wirklich gelungener Umbau, der eigentlich den Großserienherstellern den Schlaf
rauben sollte. Hallo Brawa! Das wäre doch noch eine hübsche Ergänzung!

Hier begegnet uns eine gute alte Bekannte die württ. T 9.
Albrecht Ebinger hat sich auch die 1104 ausgesucht. Grundlage für den Umbau ist
aber die Liliput T 9. Nicht zu sehen auf den Bildern ist ein aufwändiger
Getriebeumbau, der diesem, vom Fahrverhalten her, nicht ganz unproblematischen
Modell zu gutem Langsamfahrverhalten verhilft. Ein schöner Vorlaufradsatz und
die im unlackierten Zustand sichtbaren Verfeinerungen leisten das Übrige um ein
feines Modell auf die Gleise zu stellen. Die zusätzlichen Sandfallrohre sind
jedenfalls besser dargestellt als bei meinem Umbau. Die Beschriftung ist wie bei
der 94er ein einfacher Papierausdruck aus dem Computer. Wer hätte es gedacht?


Es gibt aber auch Wagen zu bestaunen. Hier ein BC3i wü. auf
Brawa Basis. Die sehen wirklich interessant aus, diese württ. Dreiachser. Ich
sollte mich wirklich mal um die Personenwagen kümmern....

Zum folgenden Wagen gibt es sogar eine detaillierte
Umbaubeschreibung von Albrecht Ebinger: Es ist ein Umbau aus einem Rivarossi
Wagen. Das Vorbild, ein württembergischer Dritte Klasse Wagen, hat
bretterverkleidete Wagenwände und einen Achsabstand von 5500mm. Da das Rivarossi
Modell von dem Abmessungen her dem württ. Vorbild entspricht bietet sich der
Umbau gerade zu an.

Umbaubeschreibung des Rivarossi-Wagen. Der Umbau ist leider nicht im
Handumdrehen erledigt, weil das Modell 2,5 mm zu breit ist! Es gibt zwei
Möglichkeiten:
Entweder Sie verzichten auf die "Schlankheitskur", dann genügt es, die
Bühnen-Geländer gegen solche aus dem Raimo-Bestand zu ersetzen, wollen sie aber
wie ich ein bis auf die fehlende Holzverkleidung nahezu korrektes Modell, gibt’s
viel Arbeit.
Die Hauptmaße
des Wagens stimmen bezüglich LüP und Kastenlänge bis auf 1 mm überein, der
Radstand weicht um 2 mm ab. Ich denke, dass dies tolerierbar ist.
Federaufhängung und Achshalter stimmen jedoch. Es gibt leicht abweichende
Zeichnungen, teils mit, teils ohne Gasbehälter, auch mit Blechachshalter und
anderer Federaufhängung, doch kann davon ausgegangen werden, dass etwa ab 1875
die Wagen mehrheitlich auf Gasbeleuchtung umgestellt waren. In meiner Wagenliste
von 1889 waren alle Wagen dieser Serie handschriftlich auf Gas korrigiert. Die
Wagenvielfalt war bekanntlich sehr groß. Ich habe das Vorbild ausgesucht,
welches am ehesten mit dem Rivarossi-Modell übereinstimmt.
Nach abheben des
Gehäuses werden am Fahrgestell die Bühnengeländer entfernt und die seitlichen
"Bordwände" entlang der Wandstärke abgesägt. Dadurch gewinnt man schon mal 2 mm.
Nach befeilen noch mal etwa 0,5 mm. Die verbleibenden stirnseitigen "Bordwände"
werden um 1 mm abgetragen. Der Ofen unter dem Fahrgestell wird entfernt. Je nach
gewünschter Ausführung - mit oder ohne Gasbeleuchtung - wird nun ein Gasbehälter
angebracht oder auch nicht. Auf den Wagenboden kann nun noch ein
Beschwerungsblech eingeklebt und (bei mir noch zu erledigen) Sitzbänke eingebaut
werden.
An den
Stirnseiten des Wagenkastens werden die Haltegriffe vorsichtig abgeschabt. Jetzt
kommt der schwierigste Teil: Der Fenstereinsatz wird herausgenommen und aus dem
Gehäuse ein knapp 2 mm breiter Streifen in Längsrichtung herausgesägt, und zwar
beginnend etwa 0,5 mm neben der Türleiste. Jetzt werden die Sägekanten plan
gefeilt und vor dem Verkleben kontrolliert, dass die Teile parallel fluchten,
auch was die Stirnseiten anbelangt. Die neue Breite, gemessen über die äußeren
Deckleisten, soll jetzt ca. 34,4 mm (gegenüber 36,9 mm) betragen. Nun können die
Teile mittels eines kleinen Pinsels mit Nitro-Verdünnung verklebt werden. Nach
guter Trocknung werden an den Stirnseiten unten in der Breite der Bühnen 1 mm
tiefe Nuten eingefeilt, damit der neue Wagenkasten um dieses Maß tiefer sitzt.
An den innenseitigen Unterkanten des Wagenkastens werden längsseitig mittig nun
ca. 5 mm lange kleine Befestigungsnasen aus 1x1 mm Polystyrol (Evergreen)
angeklebt und nach Trocknung nach unten angeschrägt. Die Klebenut im Dach wird
nun mit Spachtelmasse korrigiert (ich verwende Nitro-Autospachtel) und nach
Trocknung mit feinem Schleifpapier (etwa Korn 360-400) verschliffen. Nun kann
die Lackierung und Beschriftung* erfolgen. Die Dachlüfter stammen aus übrigen
Roco-Zurüstsätzen. Der Fenstereinsatz wird den neuen Innenmaßen angepasst und
eingesetzt. Jetzt fehlen nur noch passende Speichenradsätze. Nun kann die
Abnahme-Kommission kommen.
Außerdem wurden vom ihm auch die zu hohen Bremserhäuser der
Märklinwagen bearbeitet.


Der Aufruf zum Schluss: Wer Länderbahnmodelle
(die dürfen auch in einer späteren Epoche beschriftet sein) baut oder umbaut und
keine eigene Website hat, hier wäre noch Platz.
Württembergische Staatsbahnen
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