Die Lokomotiven

Dinge zu bezweifeln, die ganz ohne weitere Untersuchung geglaubt werden, das ist die wichtigste Hauptsache allüberall.
(Georg Christoph Lichtenberg, dt. Physiker, 1742 - 1799)

Dieser Abschnitt begann mit der Suche nach Zierstreifen auf Lokomotivfotos. Während Wagen selten einen Fotografieranstrich erhielten, ist das bei Loks grundlegend anders. Viele Farbvarianten der Modellbahnhersteller scheinen auf den dokumentierten Fotografieranstrichen zu beruhen.

Leider habe ich keine ausreichenden Quellen um alle Fragen zweifelsfrei zu klären.

Illustrierter Überblick

VII T
Abb.:    VII T vor 1900
Mögliche Zierstreifenanordnung nach [Oberbaum S.162]
Helle Absetzlinien wurden vermutlich vor 1900 verwendet.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Thomas
Retusche: Verfasser

VII T
Abb.:    VII T im Jahre 1910
Mögliche Zierstreifenanordnung nach [Oberbaum S.162]
Rote Absetzlinien wurden wohl 1910 verwendet.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Thomas
Retusche: Verfasser

Sächsische Loks hatten ein rotes Fahrgestell und einen grünen Aufbau. Die Zylinder waren ebenfalls grün. Die Rauchkammer war meistens grün, insbesondere bei Schnellzugloks wie X H1 und XX HV (19.0). Schwarze Rauchkammern im Einsatz sind fotografisch nur für wenige Güterzugloks sicher belegt.

Die Zierstreifen waren sicherlich schwarz, die Absetzlinien wohl 1910 rot, eventuell auch vor 1900 gelb - aber niemals hervorstechend (bei Modellen oft übertrieben).

Die Zierstreifen waren schon nach kurzer Einsatzzeit nicht mehr wahrnehmbar, wurden aber bei Werkstattaufenthalten erneuert.

Sowohl die 2009 neugebaute I K 54 als auch die 2009 renovierte IV K 145 bekamen Anstriche in Flaschengrün (RAL 6007), Rotbraun (RAL 8012) und Tiefschwarz (RAL 9005).[Legende I K S.205][DbM 3/09 S.7]

Ausführliche Betrachtungen

Grundfarben

Unter den Autoren zur sächsischen Lokomotivgeschichte herrscht Konsens über eine grüne Farbgebung der Lokomotiven mit roten Rädern. Untermauert wird diese Grundannahme durch eine zeitgenössische Zeichnung der 1920er Jahre, die Farbgebung einer XII H2 auf der Weltausstellung und die grün/rotbraune Farbgebung der Lokomotive "Muldenthal" des Dresdener Verkehrsmuseums. Bei der musealen Aufarbeitung vor 1956 war die (bis in die zwanziger Jahre erlebbare) Originalfarbgebung den älteren Mitarbeitern sicher noch bekannt. Die Muldenthal war allerdings vor ihrer Museumszeit nie bei der Staatsbahn eingestellt, sondern bei der privaten Bockwa-Oberhohndorfer Kohlebahn und bis 1952 als Werklok beim Zwickauer August-Bebel-Schacht im Einsatz.[SR6 S.7]

Museumslok Muldenthal
Abb.:    Die MULDENTHAL im Verkehrsmuseum Dresden
Foto: Mit frdl. Genehmigung von Stephan Seelemann ;
Wiedergabe mit frdl. Genehmigung Verkehrsmuseum Dresden

Rauchkammer:

Die Rauchkammer erscheint auf fast allen Fotos in Kesselfarbe. Ausnahmen gibt es bei der Brüsseler Ausstellungslok XII H2 und bei einigen XIII H. Die ab 1919 gelieferten XIII H (entsprechend G12) haben auf einigen Fotos definitiv eine schwarze Rauchkammer.
Auffallend sind Bilder der Bahnnummer 1200.[SR 4 S.60 oben und unten] Auch die unten beschriebene 58 457 hatte eine schwarze Rauchkammer.[SR 4 S.62]

Zylinder:

Auf vielen Loks im Lieferzustand sieht man dunklere Zierstreifen auf den Zylindern. Demzufolge waren die Zylinderblöcke sicherlich grün.

Aufstiege

Die Aufstiege waren zumindest bei manchen Loks auch unterhalb des Umlaufs grün. Ein Foto der X V No.175[Schnellzugloks1 S.33] zeigt offenbar schwarze Zierlinien am Führerhausaufstieg. Das passt auch zum Fotoanstrich dieser Gattung.[Schnellzugloks S.32]
Möglicherweise verhielt sich das bei stärker durchbrochenen Aufstiegen oder Güterzugloks anders. Das perfekte Bild der XI V von W.Contius scheint einen Aufstieg in Untergestellfarbe zu zeigen.[SR4 S.43]

Anschriften und Beschilderung:

Die Beschilderung wird in einigen Büchern [Schnellzugloks 1 S.19f, Diener(Loks)S.61ff, Samek S.65ff] wiedergegeben, daher hier nur ein paar Bildquellen:
Tenderrückseite (Nummernschilder und "K.Sächs.Sts.E.B.")[SR 4 S.7]
vordere Pufferbohle Sachs? (Bahnnummer, Unterhaltungswerkstadt, Untersuchungsdatum)[SR 4 Titelseite]
vordere Pufferbohle DRG 1920er Bahnnummer, R.B.D. Dresden [SR 3 S.85]
vordere Pufferbohle DRG 1920er keine Bahnnummer mehr [Schnellzugloks 1 S.202, Schnellzugloks 1 S.180]
Seitenwand (Fotoanstriche X V, XII H1 [Schnellzugloks 1 S.34f, S.125])
Wasser- und Kohleanschrift (IK 6 [SR 6 S.70] IIK neu [SR 6 S.75])

XII H mit Gussschild "Sächs.Sts.E.B." [Schnellzugloks1 S.69]
XIII H 1200 Lieferzustand mit Gussschild "Sächs.Sts.E.B." [SR 4 S.60 unten]

Zierstreifen:

Einige Fotos sächsischer Lokomotiven mit erkennbaren Zierstreifen sind erhalten. Die Zierstreifen sind stets sehr dunkel, stets angeordnet wie der Fotoanstrich der jeweiligen Baureihe und manchmal von kaum sichtbaren Absetzlinien gerahmt. Die Absetzlinien der sächsischen Betriebsfotos zeigen eine erstaunliche Ähnlichkeit zu preußischen Fotos, möglicherweise waren die Zierstreifen schwarz mit roten Absetzlinien. Indizien dazu bieten die Beschreibungen von der Weltausstellung 1910 (siehe unten). Ein Indiz für weiße Absetzlinien bietet eine Holzeisenbahn um 1900 (siehe unten).

Möglicherweise wurde die Farbe der Absetzlinien geändert wie in Österreich 1906/07 (da allerdings von rot nach gelb).[Lokmagazin 91, Länderbahn Journal]

Zeichnung Was sind Absetzlinien
Abb.:    Absetzlinien und Zierstreifen.
Zeichnung: Verfasser

Nach Jürgen U. Ebel wurden Zierlinien nur bei der Fabriklieferung aufgebracht und bei Neulackierungen im Rahmen der Unterhaltung weggelassen.[Schnellzugloks 1 S.19] Allerdings gibt es auch frisch überholte Schmalspurloks im BW und linierte Tenderlokomotiven mehrere Jahre nach Ihrer Lieferung.
Vielleicht wurden Zierlinien auch vor 1900 ernster genommen.

Fotoanstriche der Sächs. Maschinenfabrik (vorm. Hartmann) Chemnitz

Von vielen sächsischen Loks sind Fotoanstriche dokumentiert. Die Lage der Zierstreifen entspricht dem Lieferzustand (und damit sicherlich den Vorschriften der K.Sächs.Sts.E.B.). Leider kann man keinen Schluss zur Farbe der Rauchkammer treffen, da auch preußische Loks bei Hartmann mit heller Rauchkammer fotografiert wurden. [Oberbaumbuch S.222 darin: KPEV (G7.1) Cassel 2239 Fotoanstrich mit heller Rauchkammer]

Die Absetzlinien sind regelmäßig viel zu breit aufgetragen, ein Foto der Malerkolonne mit Details des Fotoanstrichs ist in [Schnellzugloks 1 S.151] enthalten.

Radreifen:

Auf vielen Fotos sind blanke Radreifen erkennbar. Man darf das nicht mit glänzendem Neusilber verwechseln. Die Farbe entspricht eher einem öligen Braun. Gut erkennbar ist der Unterschied zwischen Radreifen und Radstern auf einem Foto der XII H1 Nr. 18.[SR 3 S.64]
Möglicherweise wurden einige Lokomotiven auch mit weiß getünchten Radreifen geliefert.

blanke Radreifen
Abb.:    Blanke Radreifen
Blanke Radreifen einer heutigen (Reichsbahn-) Museumslok
Foto: Verfasser (Meiningen 2009)

Kohlevorrat

Das Buch "Die Werkstätten der sächsischen Staatseisenbahnen und ihre hauptsächliche Thätigkeit" enthält zwar leider keinerlei Angabe zur Farbgebung, aber einen Hinweis zur Behandlung der Tender: "Die Wände des Kohlenraumes sind mit Steinkohlenteer auszustreichen"[MaxFischer S.14]

Die VIb V Nr. 766 "Port Said"

Die Lokomotive "Port Said" wurde 1888 von Hartmann an die Staatsbahn geliefert.
Ein Foto im Lieferzustand zeigt bemerkenswert viele Details der Lackierung.[SR 3 S.37] Interessant sind die nichtschwarze Rauchkammer und der schwarze Schornsteinaufsatz. Die Zylinder tragen die Kessel- und Führerhausfarbe.

Die Zierstreifen sind dunkel, Absetzlinien wohl vorhanden - aber kaum wahrnehmbar. Ihre Anordnung entspricht exakt dem Fotoanstrich der VIb V "Kamerun" aus der selben Lieferserie.[SR 3 S.37]
Ein Betriebsfoto der VIb V Nr. 170 bestätigt die Zierlinien an der Führerhausunterkante und den Zylindern.[Ansichtskarten II S.45]

Erzgebirgische Holzeisenbahn um 1900

Im Spielzeugmuseum Seiffen im Erzgebirge findet sich eine Spielzeugeisenbahn der Zeit kurz vor 1900. Die Lokomotive ist schwarz mit hellen Zierstreifen ohne Absetzlinien, die Führerhauseitenwand ist rot. (Diese Eigenart erzgebirgischer Holzbahnen findet sich noch bis in die 1930er Jahre bei schwarz/roten DRG-Lokomotiven.)
Der Tender ist grün mit schwarzen Zierlinien und weißen Absetzlinien.
Der Personenwagen zeigt einen typisch sächsischen Anstrich in braun mit eckigen hellen Zierlinien.
Der graue Güterwagen und die Pufferbohlen in Wagenkastenfarbe unterstreichen die Zuordnung zur sächsischen Eisenbahn.
Die Machart der Fahrzeuge ist identisch, sicherlich stammen sie aus der selben Werkstatt. Die ursprüngliche Zusammenstellung ist unbekannt, dem Museum liegen keine weiteren Angaben vor. Eventuell gehören Lok und Tender nicht zusammen oder wurden von verschiedenen Mitarbeitern bemalt.

Die Lokomotive trägt die Aufschriften "R H Che" und ein Lokschild "BONN".[Spielzeugland S.17, S.27]
Weder bei der K.Bay.Sts.E.B. noch den K.Sächs.Sts.E.B. (oder deren Vorgängern) war eine Lok "BONN" als direktes Vorbild in Betrieb.[LBF 4955]
Die Lieferliste der Sächsischen Maschinenfabrik in Chemnitz (vorm. Richard Hartmann) weist keine Lokomotive "BONN" auf.[Oberbaumbuch, LBF 4960]

So ein Spielzeug widerlegt keine roten Absetzlinien, aber erscheinen mir Anlass genug, den Tender der Holzeisenbahn als Indiz für weiße Absetzlinien zu nennen.

weiße Absetzlinien an Holzeisenbahn
Abb.:    Holzeisenbahn mit Aufschrift "R H Che" auf der Rauchkammertür
Die Gestaltung des Tenders ist besonders interessant. Man beachte auch die Gestaltung des Personenwagens.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung Spielzeugmuseum Seiffen / Dr. Auerbach

Die XII H2 Nr. 651 auf der Weltausstellung in Brüssel 1910

Der Autor A. Bucher besuchte die Weltausstellung und schrieb eine ganze Artikelreihe "Das Eisenbahnwesen auf der Weltausstellung in Brüssel 1910" für Dinglers Polytechnisches Journal Jahrgang 1911.

Hier das wörtliche Zitat zur XII H2 (Bahnnummer 651) aus Dinglers Polytechnischem Journal Heft 13/1911 Seite 197:
Anstrich: Wasserkasten, Führerhaus und Kesselbekleidung dunkelgrün, Rauchkammerbekleidung schwarz lackiert; Rahmen und Räder rotbraun gestrichen, Triebwerk, Bandagen und Handstangen blank.
Anmerkung:
"Bandagen" ist die damalige Bezeichnung für Radreifen.[Roell: Räder]

Leider ist das Zitat nicht auf beliebige XII H2 verallgemeinerbar, da möglicherweise ein spezieller Ausstellungsanstrich angebracht wurde.

Anmerkung:
Diese Angabe hat Peter Heinrich im Buch zur 38.2 als Anstrich der XII H2 zur Weltausstellung wiedergegeben [Heinrich S.43], schreibt aber "nach sächsischem Brauch".
Wolfgang Diener hat die Beschreibung aus [Heinrich S.43] übernommen, spricht aber verallgemeinernd vom "bekannten Regelanstrich".[Diener(Loks) S.17]

Ein anderer Zeitschriftenbericht "Die Lokomotiven auf der Weltausstellung in Brüssel" enthält leider keinen direkten Bezug zur XII H2, impliziert aber eine gewisse Gleichförmigkeit der ausgestellten Anstriche:
Die ausgestellten deutschen Lokomotiven zeigen fast sämtlich den im Dienste üblichen Anstrich, dunkelgrün mit schwarzen Bändern, die mit feinen roten Streifen abgesetzt sind. Meist sind des besseren Aussehens halber Kupferrohre, Gelenke und ähnliche Teile, die sonst gestrichen werden, blank gemacht. Die von Maffei ausgestellte Lokomotive hebt sich durch einen matten, hellgrauen Anstrich und messingene Ziehbänder stark von den übrigen Lokomotiven ab. Auch die französischen Lokomotiven tragen durchweg ihr Dienstkleid; ...[ZVDI Jg.1910 S.1929]

Gab es schwarze Lokomotiven?

Auf eine Anwendung der entsprechenden kriegsbedingten Verfügungen des Eisenbahn-Zentralamtes Berlin [Lokvogel S.50f] gibt es keine Hinweise. Neue Schnellzugloks zeigen jedenfalls noch 1918 Zierstreifen an den Zylindern.

Möglicherweise gab es in der Anfangszeit der privaten Leipzig-Dresdener-Eisenbahn-Compagnie und anderer Compagnien schwarze Lokomotiven.
Das 1998 im Münchner Maximilianeum entdeckte Modell einer 1A1-Lok von Blochmann Dresden 1838 [Lokvogel S.26f], farbige Zeichnungen aus der Gründungszeit [LDE S.74] und ein bemaltes Zinnmodell von C.F.Wilke (Großenhain) um 1860 [Volkskunst Tafel 117] deuten darauf hin.
Allerdings zeigen Lieferfotos der LDE schon 1866 dunkle Zierlinien.[LDE Tafel 9]

Die unten genannte Holzeisenbahn passt zeitlich weder zur Leipzig-Dresdener-Eisenbahn noch zu Anweisungen des Eisenbahnzentralamtes. Die Gestaltung erscheint eher künstlerisch.

Die X H1 Nr. 83 auf dem Bild von W. Contius

Kurz nach ihrer Indienststellung 1909 hat Werner Contius die X H1 Nr. 83 in strahlendem Sonnenschein aufgenommen. [Schnellzugloks1 S.155, SchnellzugloksHeinrich S.90]
Man erkennt dunkle Zierstreifen mit ganz schmalen Absetzlinien, eine helle Rauchkammer (Leitungen und schwarz ausgelegtes Nummernschild sind dunkler!) und Zylinder mit Zierstreifen. Die Radsterne sind dunkel (vmtl. rot) und die Radreifen erscheinen weiß. Ob sie weiß angestrichen oder blank sind ist unklar. Die Steuerung ist hell mit dunkel ausgelegten Nuten (vmtl.rot). Die Zierstreifenanordnung entspricht auch hier wieder exakt dem Fotoanstrich.[Schnellzugloks1 S. 143]

Gute Bilder der Gattung XI V

(1909 ) XI V 735 Fotoanstrich [SR 4 S.43]
(1910?) XI V 746 Betriebszustand Zierstreifen an FH, Stehkessel!, Zylinder, Rauchkammer schwarz?, Radreifen blank [SR 4 S.43]
(190? ) XI V 712 Betriebszustand Zierstreifen an FH, Stehkessel!, Zylinder, Rauchkammer schwarz?, Radreifen blank [SR 4 S.43]

Die XX HV Nr. 66 - Fabriknummer 4000 der SMF (1918)

Im Tafelband zu "Die Eisenbahn in Wort und Bild" von Franz Czygan findet sich eine Zeichnung [Czygan, Farbrepro in Diener(Loks) Seite 130] der XX HV Nr. 66 mit der Fabriknummer 4000. Die aufklappbare Zeichnung soll im Grunde die technische Funktionsweise einer Dampflok zeigen. Dazu besteht der Kessel, das Fahrgestell und die Zylinder aus mehreren Teilen. Führerhaus und Langkessel sind grün, Räder und Rahmen rot, Radreifen blank.
Rauchkammer, Zylinder und Schlot sind grau dargestellt.
Die äußere Farbgebung ist der Technikdarstellung untergeordnet.
Die Farbe der Zylinder ist in der Zeichnung offenbar falsch, deshalb ist die Farbe der Rauchkammer auch unsicher.
Von dieser Lok existieren mehrere Fotos in den verschiedenen Anstrichen:

(1918) XX HV Nr. 66 Fotoanstrich [SR 3 S.83]
(1918) XX HV Nr. 66 Fotoanstrich, aber dunkleres Repro [Schnellzugloks2 S.96]

(1918) XX HV Nr. 66 Fabrikansichtskarte Lieferanstrich [Schnellzugloks1 s.21]
(1918) XX HV Nr. 66 Werbepostkarte Lieferanstrich Girlandenschmuck 9.März 1918 [Schnellzugloks2 S.96, Oberbaum S.296]

Probefahrt-Erinnerungsfotos 16.März 1918, Chemnitz Hbf in Betriebsanstrich (gleiche Personen):
(1918) XX HV Nr. 66 Zylinderzierstreifen, auch Führerhauszierstreifen [SR 3 S.84]
(1918) XX HV Nr. 66 Zylinderzierstreifen, keine Führerhausstreifen! [Schnellzugloks2 S.98]

(1920) XX HV Nr. 66 abgenutzter, stumpfer Zustand ohne Streifen [Schnellzugloks2 S.11]

Der Pflegezustand der Loks war schon nach wenigen Monaten sehr schlecht. Die XX HV Nr. 69 wurde im Juli 1918 geliefert und wurde schon im Herbst total abgenutzt fotografiert.[Schnellzugloks2 S.128]

Die XX HV in Seddin 1924 hatte nach Foto[Klebes S.20] wohl eine nichtschwarze Rauchkammer.

Tenderloks

Einen sehr schönen Vergleich von Fotoanstrich und Realität bieten auch die Fotos verschiedener Tenderloks im Sachenreport:
(1890 ) VII TS 814 Fotoanstrich [SR 6 S.39]
(1892+) VII TS 1512 mit Zierstreifen, mind. zwei Jahre nach Lieferung [SR 6 S.39]
(1892+) VII TSV 1502 mit Zierstreifen u. Absetzlinien; Zylinder grün, Radreifen weiß?[SR 6 S.38]
(1892+) VII T 1406 von Schichau mit Zierstreifen (geliefert schon 1874!) [SR 6 S.23]

(1890 ) H M I TV 823 Fotoanstrich [SR 6 S.44]
(1892+) H M I TV 1399 Betriebsanstrich Zierstreifen an Führerhaus und Zylindern [SR 6 S.44]

(1902 ) IV T 1754 (Lieferanstrich, für Fotolack zu dunkel und glänzend) Zierstreifen am FH [AnsichtskartenII 117, PR 7 47]
(1907 ) IV T 1767 Fotoanstrich[SR 6 S.53]
(1907?) IV T 1780 Zierstreifen am Führerhaus und evtl. Wasserkasten [SR 6 S.53, Ansichtskarten I S.498]

(1913) I TV 1388 Fotoanstrich [Lokarchiv 2 S.119]
(1910) I TV 1394 Lieferanstrich, Zierstreifen am Führerhaus, Zylinderblock retuschiert! Schlot dunkel? [SR 6 S.46]

Schnellzugloks der Gattung X V

(1900) X V 175 Fotoanstrich (Weltausstellungsanstrich?) [Schnellzugloks1 S.32]
(1900) X V 176 Abnahmefahrt Zierstreifen am Führerhaus [Schnellzugloks1 S.41 unten]
(1902) X V 186 Fotoanstrich [Schnellzugloks1 S.34f]
(1918) X V 189 Betriebsanstrich mit Zierstreifen (an FH und Zylindern gut sichtbar) [Schnellzugloks1 S.39, Dresdener Bahnbetriebswerke S.39]

Schmalspur

(1890) I K 41 Fotoanstrich [SR 6 S.73]
(1891) I K 42 Fotoanstrich [SR 6 S.75]
(?) I K 10 nach Modernisierung mit Zierstreifen [SR 6 S.71]
(?) I K 25 mit Zierstreifen [SR6 S.72, Schmalspuralbum Bd.? S. 108]

(1891 ) III K 43 Fotoanstrich [SR 6 S.81]
(1889+) III K 35 Zierstreifen am FH, schwarzer Schlot? [SR 6 S.78]

(1902 ) I M 251 Fotoanstrich [SR 6 S.96]
(1902?) I M 251 auf Transportwagen mit gut sichtbaren Zierstreifen [SR 6 S.96]

(1914 ) I ME 1 Fotoanstrich [Klingenthal]
(1920+) I ME 1 Zierstreifen an Kastenkanten unten (keine Eigentumsschilder mehr)[SR 6 S.101, Mißbach S.125]

Die 58 457 im Jahre 1924

Die letzten Lokomotiven der ehem. Gattung XIII H wurde bereits ab Werk mit DRG-Nummern aus dem Umzeichnungsplan bezeichnet. Ein sehr interessantes Bilddokument (Betriebsfoto) findet sich im Sachsenreport Band 4 S.62: Die 58 457 von 1924 (Hartmann Fabr.Nr. 4617) besaß offenbar einen sächsischen Anstrich mit entsprechenden Zierstreifen! Die Zierstreifen sind deutlich erkennbar dunkler als die Führerhausfarbe und ohne Zwischenraum direkt am Rand entlang aufgemalt.
Es kann sich kaum um einen grünen DRG-Anstrich handeln, da dieser wohl keine [Diener (Loks) S.10ff, Lokvogel] oder allenfalls preußische, etwas vom Rand entfernte Zierstreifen vorsah. Letztere belegt eine Zeichnung der Rbd Karlsruhe vom Mai 1925. [Ep2-Gruppe 5371 (nur angemeldet)]

Die IIIb T Nr. 1315 trug noch als Werklok des Waggonbau Bautzen einen sächsischen Anstrich mit Zierstreifen.[SR6 S.33]


Nils Moh
(merman bei arcor.de)